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Ziele und Aufgaben

Die „Deutsche Vereinigung für Politische Bildung“ (DVPB) ist der Fachverband für Politische Bildung in Deutschland, ein überparteilicher und unabhängiger Zusammenschluss von Lehrerinnen und Lehrern, von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und allen, die in der schulischen und außerschulischen Jugend- und Erwachsenenbildung politisches Lernen im weitesten Sinn vermitteln.

Politische Bildung ist für uns als Grundlage einer Demokratie unerlässlich, deswegen setzen wir uns als Interessenvertretung bei der Landesregierung und den Institutionen der Lehrerfortbildung für eine angemessene Vermittlung sozialwissenschaftlicher Disziplinen (Politik, Wirtschaft, Soziologie) ein. Durch ständigen Erfahrungs- und Informationsaustausch, eigene Zeitschriften, Fortbildungen und Tagungen bemühen wir uns die Politikvermittlung zu verbessern.

Zum Selbstverständnis des Landesverbandes:

"Die DVPB NW wendet sich gegen jede Form der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit. Wir stellen uns mit unserer Arbeit in den Dienst einer pluralistischen und weltoffenen Gesellschaft, in der gesellschaftliche Konflikte politisch und mit friedlichen Mitteln ausgetragen werden."

Plenum
Frau Schanz - Dezernentin Nds. Kultusministerium
Frau Schanz - Dezernentin Nds. Kultusministerium

Am 26. September 2018 fand an der Leibniz Universität Hannover der 26. Niedersächsische Tag der Politischen Bildung statt.  Das Thema des Kongresses lautete: „‘Ist das noch Politische Bildung…?‘ Neue didaktisch-methodische Zugänge in der Politischen Bildung.“

Ziel der Tagung war es, angesichts populistischer Herausforderungen in Politik und Gesellschaft danach zu fragen, wie aus Sicht der Politischen Bildung diesen Phänomenen begegnet werden kann. Hierzu gehört auch die Frage, ob es nicht aussichtsreich oder gar notwendig erscheint, bestehende Pfade der Politischen Bildung zu verlassen und sich Angebote, Strategien und Methoden anzusehen, die erst auf den zweiten Blick Potentiale zum politischen Lernen aufweisen.

Im Anschluss an die Begrüßung der Teilnehmenden durch den DVPB-Landesvorsitzenden Prof. Dr. Tonio Oeftering hielten die Frau Claudia Schanz, Leiterin des Referats 23: Politische Bildung, Gedenkstätten, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Mobilität im Niedersächsischen Kultusministerium sowie Ulrika Engler, die Leiterin der Landeszentrale für Politische Bildung Niedersachsen Grußworte.

Der erste inhaltliche Input kam von Prof. Dr. Hans-Jürgen Bieling von der Universität Tübingen. Er hielt einen Vortrag mit dem Titel „Jenseits der Globalisierung? Globale Kräfteverschiebungen und populistischer Nationalismus“. Bieling wies zunächst darauf hin, dass Populismus für ihn vor allem eine Kommunikationsform darstelle, während der Nationalismus einer seiner zentralen Inhalte sei. Als relevante Diskurse im Populismus kennzeichnete er den Ethnopluralismus bzw. kulturellen Rassismus, EU-Skeptizismus, die Verknüpfung der „nationalen“ mit der „sozialen“ Frage, die Ablehnung von Multikulturalismus sowie Islamophobie. Als wichtige Hinweise für die Politische Bildung im Umgang mit populistischen Herausforderungen stellte er eine „reflexive Standortbestimmung“ der Disziplin und der in der Politischen Bildung Tätigen heraus.

Der zweite Hauptvortrag wurde von Prof. Dr. Anja Besand von der Universität Dresden mit dem Titel: „Ist das noch Politische Bildung..? - Kunst und Politik“ gehalten. Besand skizzierte zunächst gängige Strategien im Umgang mit Rechtspopulismus (bspw. das „Pathologisieren“), die sie um zwei weitere, aus Ihrer Sicht vielversprechendere ergänzte: Erstens die Irritation durch Kunstwerke wie etwa die Installation „Monument“ des Künstlers Manaf Halbouni sowie zweitens Projektarbeit wie bspw. die Musik-combo Banda Internationale.

Am Nachmittag konnten die Konferenzteilnehmenden zwischen vier Panels wählen:

Panel I: „Spot on – Demokratie auf der Spur“

Das erste Panel wurde von Katherine Arp von der Landeszentrale für Politische Bildung Niedersachsen gestaltet. Sie stellte die von der Landeszentrale entwickelte App „Spot on – Demokratie auf der Spur“ vor. Diese App ermöglicht es Lernenden, selbst Landkarten bzw. Routen zu Orten zu entwerfen, an denen aus Ihrer Sicht Demokratie stattfindet. Die Teilnehmenden des Workshops bekamen direkt in der Veranstaltung die Möglichkeit diese vielversprechende App herunterzuladen und zu testen.

Panel II: Brechts Lehrstücke – ein Format für die politisch ästhetische Bildung

In diesem Workshop ging es, so der Workshopleiter Matthias Bittner (Theaterpädagoge und Autor für Medienformate) weniger darum, die Kunstfähigkeit des Theaterspielens zu erlernen, als vielmehr darum, das Einnehmen von Haltungen zu erproben und zu reflektieren. Diesem Ansatz zufolge gibt es kein "richtiges" Spielen, sondern nur ein "In-Szene-Setzen" eines Textes in der Spielgruppe. Erprobt wurde der Ansatz anhand der Brechtschen "Groschenszene".

Panel III – „Culture on the Road“- Archiv der Jugendkulturen

In diesem Panel gab die Leiterin des Archivs der Jugendkulturen e.V. (Berlin) Gabriele Rohmann einen Einblick in die Arbeit ihres Vereins mit Beispielen aus der Vielfalt der von ihnen angebotenen Themen wie Rechtsextremismus, Rassismus, Sexismus. Sie zeigte auch auf, wie sich Allgemeinbildende Schulen ihre Wanderausstellung zu Jugendkulturen allgemein sowie Materialien aus dem Fundus „Culture on the Road“ anfordern können.

Panel IV – Openion - Bildung für eine starke Demokratie

In diesem Panel stellte Karin Steinberger von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung das Kooperationsnetzwerk OPENION – Bildung für eine starke Demokratie vor. Ziel des Programms ist es, Schulen und Außerschulische Partner in zeitgemäßen Projekten zur Demokratiebildung zusammenzubringen, zu koordinieren und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Insgesamt war auch der 26. Tag der Politischen Bildung ein voller Erfolg, bei dem sich wieder rund 60 Lehrende aus Schulen, aber auch von Universitäten und Einrichtungen der Außerschulischen Politischen Bildung aus dem ganzen Land gemeinsamen fortbildeten, sich austauschten und miteinander diskutierten.

Die Fachtagung wurde unterstützt vom Niedersächsischen Kultusministerium und in Kooperation mit der Landeszentrale für Politische Bildung, dem Institut für Didaktik der Demokratie der Leibniz Universität Hannover sowie Uni Plus – Professionalisierung, Lehrerfortbildung und Schulentwicklung, ebenfalls Universität Hannover, durchgeführt.

 

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